Ausgabe 2006, Zentralschweiz / Bauen für die Zukunft
Prämiertes Objekt: 1. Holzpreis in der Zentralschweiz
Neubau Ökihof und Jugendtreff
Furenmatt, 6330 Cham, Erstellungsjahr 2005
Gedanken zur Architektur
Der Maststall in der Furenmatt war in verschiedener Hinsicht eine eindrückliche Anlage. Sie war sehr grosszügig konzipiert und funktionell klar aufgebaut. Den Rücken gegen den Wald bilden die 12 Meter hohen betonierten braunen Futtersilos. Darauf folgte ein Verteilungsgang mit anschliessendem Freigehege. Der Stall schloss die ganze Anlage zur Strasse hin ab. In der Mitte der Anlage steht das grosse Silo für die Gülle. Der symmetrische Aufbau und die klaren einfachen Volumen geben der Anlage einen sehr starken Ausdruck und erinnern an eine klassizistische Industrieanlage. Es war uns wichtig, den expressiven Charakter und den klaren Aufbau der Anlage zu erhalten. Die massiven Gebäudeteile konnten ohne grosse Änderungen übernommen werden. Sie bilden wie zuvor den Abschluss der Liegenschaft und dienen als Strukturteil der Anlage, sowie als Holkörper für das Lager von Kleingütern oder sind als Probe- und Klickenräume für die Jugendlichen ausgebaut. Als neues Element überspannt ein grosses Dach die Anlage. Unter diesem Dach können die neuen Betriebselemente für den Ökihof und Jugendtreff angeordnet werden.
Jugendtreff und Büro Ökihof
Das Gebäude für den Jugendtreff und das Bürogebäude für den Ökihof wurden in einem modularen Bausystem geplant. Beide pavillonartigen Gebäude wurden als Gesamtpaket schlüsselfertig ausgeschrieben. Damit jeder Anbieter sein eigenes Bausystem anbieten konnte und die Innovation und Wirtschaftlichkeit eines Systems bei der Beurteilung gewährleistet war, wurde die Ausschreibung möglichst frei gehalten. Vorgegeben waren das Gebäudevolumen mit der Raumaufteilung und der detaillierten Fassade. Ebenfalls wurde der Ausbaustandart vorgegeben. Die primäre Konstruktion konnte vom Unternehmer vorgeschlagen werden. Im Vergleich mit den verschiedenen Modulsystemen aus Stahl zeigte sich, dass die Elementbauweise in Holz konkurrenzfähig ist. Der Kubikmeterpreis exkl. den Fundamenten und der zentrale Wärmeerzeugung lag bei ca. Fr. 385.- pro m3. Die gestalterischen Möglichkeiten und der konstruktiv hohe Standart gaben den Ausschlag für die Holzbauweise.
Materialkonzept
Sämtliche äusseren Abschlüsse und Tore wurden aus einheimischem unbehandeltem Lärchenholz hergestellt. Die Fassadenschalung der Systembauten besteht ebenfalls aus einheimischem unbehandeltem Lärchenholz. Die massiven braunen Betonsilo, das überspannende filigrane Hallendach aus Stahl und die natur belassenen Lärchenholzschalungen geben der Anlage einen grosszügigen und klaren Charakter.
Bauherrschaft, Einwohnergemeinde Cham
Architekt / Bauleitung, Zumbühl + Heggli Dipl. Arch. ETH/SIA/HTL
Systembau in Holz Pavillon Büro Ökihof, Jugendtreff, Xaver Keiser Zimmerei Zug AG